Projektansatz

Biomasse lieferte im Jahr 2016 mit über 88% den größten Anteil der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien. Als energetische Hauptquelle werden derzeit Nachwachsende Rohstoffe verwendet. Vor allem Holz als Festbrennstoff spielt dabei die größte Rolle, auch wenn landwirtschaftliche Produkte wie Stroh, oder organische Reststoffe immer mehr an Bedeutung gewinnen.


Auf der anderen Seite sind Holzaschen reich an wertgebenden Inhaltsstoffen wie Kalk und Pflanzennährstoffen (Kali, Phosphor und andere) und bieten damit ein Potenzial, zu einem nachhaltig bereitgestellten Produkt wie zum Beispiel einem Düngemittel aufbereitet und vermarktet zu werden. Hieraus ergibt sich ein signifikantes Kostensenkungspotenzial für die Anlagenbetreiber, wenn es gelingt, wirtschaftliche Lösungen zur Holzascheseparierung und -aufbereitung zu entwickeln.

 

Hierzu ist ein koordiniertes Zusammenspiel der vor- und nachgelagerten Schnittstellen erforderlich:

 

Konditionierung Brennstoffe
Bereits durch die optimale Brennstoffzusammensetzung können die Schad- und Nährstoffgehalte der Aschen beeinflusst werden. Unterschiedliche Brennstoffrezepturen sollen bei Verbrennungsversuchen getestet und analysiert werden.

 

Anpassung Anlagentechnik
Um geeignete Aschen zu produzieren, bedarf es der Separierung der Aschen durch standardisierte Anlagentechnik. In einem weiteren Schritt soll die Anlagentechnik so verbessert werden, dass durch
automatische Zugabe geeigneter Stoffe bereits am Anfallsort die Schadstoffgehalte reduziert werden.

 

Intelligentes Aschesammelsystem
Insbesondere für Aschen aus Kleinanlagen bedarf es eines intelligenten Aschesammelsystems, das die Kosten für Anlagenbetreiber und Verwerter minimiert und unabhängig vom Anlagentyp universell
einsetzbar ist. Diese Logistik kann um Füllstandmessung und digitale Vernetzung erweitert werden.

 

Qualitätssicherung/Analytik
Durch neue, schnellere Analyseverfahren sollen Anlagenbetreiber kurzfristig Auskunft darüber erhalten, ob ihre Aschen für die Verwertung geeignet sind oder beseitigt werden müssen. Diese Verfahren zu entwickeln und in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren, stellt hier die Arbeitsaufgabe dar.

 

Aufbereitung

Asche so aufzubereiten, dass ein homogenes Ausgangsmaterial für den Einsatz in der Düngemittelindustrie oder als Baustoffadditiv hergestellt werden kann, steht hier im Fokus. Neue Verfahrenstechniken oder Materialien müssen entwickelt und getestet werden.

 

Düngemittelherstellung
Um die gleichbleibende Qualität eines Düngemittels mit Asche zu garantieren, müssen die Aschen regelmäßig einer Qualitätskontrolle unterzogen und Rezepturen zusammengestellt werden. Unter anderem ist die Entwicklung eines vollautomatischen Zwangsmischers vorgesehen.

 

Baustoff-Additiv
Wie Holz- und Pflanzenaschen in Verbindung mit anderen Baustoffen reagieren, muss im Labor erforscht werden. Anschließend muss die Stabilität des Endproduktes betrachtet werden. In welchen Baustoffen
und Anwendungsgebieten unterschiedlichste Aschen zum Einsatz kommen können, ist noch völlig offen.

 

Weitere Einsatzgebiete
Ob für eine glänzende, individuelle Patina von Fliesen, in Kleinstmengen in der Homöopathie oder als Isolierung oder Schalldämmung, selbst zur Hygienisierung von Flüssigkeiten – mit Asche ist vieles denkbar.

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